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KI in der Musik – Werden Musiker jetzt arbeitslos?

Ist KI eine Gefahr für uns Kreativtätige?

Heute möchte ich mal ein paar Gedanken zum Thema KI in der Musik niederschreiben. Immer wieder höre ich von Kollegen besorgt klingende Worte und Mahnung, dass uns KI bald arbeitslos machen könnte.
Ist KI also eine Gefahr für uns Kreativtätige? Wird sie uns als Songschreiber ersetzen? Oder sind dort auch hier und da interessante Möglichkeiten für eine friedliche Koexistens und eventuiell sogar Vorteile für uns Musikschaffende?

Es sei erstmal zum Eingang erwähnt, dass ich es schon ein wenig beängstigend finde, wie weit KI mittlerweile im musikschaffenden Bereich ist. Was man so hört, ist nicht mehr für human-geschaffener Musik zu unterscheiden.

…Bis auf ein paar kleine Abers…

Einer KI fehlt der glückliche Zufall

Was diese KIs erschaffen ist immer angelernt. KIs können nur Stücke in der Machart erschaffen, die sie vorher erlernt haben. Sie können nur imitieren.
Eigene Ideen und „kreative Fehler“ können sie noch (!) nicht einbringen. Aber gerade diese Geistesblitze und glücklichen Verspieler erschufen und erschaffen immer wieder neue Ideen und Musikstile. Das Unerwartete hat die Musik von Anbeginn der Zeit immer wieder verändert und interessant gemacht.

Würde jetzt nur noch KI für radiotaugliche Musik sorgen, würde die musikalische Evolution stehen bleiben, was wohl eher nicht passieren wird. Was außerdem daran liegt, dass das Musik machen einfach zuviel Spass macht, als dass es jetzt wegen KI einfach keiner mehr machen würde.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Kreative Musiker wird es also immer geben. Wir werden halt im 08/15 Mainstream womöglich auf Konkurenz durch KI treffen. Aber darin steckt auch eine eine Chance, dass die Kreativen sich wieder mehr darauf besinnen, dass sie nicht klingen wollen wie der „Künstler XY“, sondern wieder selbst kreative Gedanken haben. Denn das war eine Entwicklung, die wir schon lange beobachten konnten, dass auf einen Hit plötzlich zu hauf Songs auftauchten, die den Stil des originalen Smash-Hits mal mehr mal weniger erfolgreich schlicht kopierten. Diese Praxis wird in Zukunft wohl eher KI übernehmen.

Das kreative Volk hingegen könnte sich ein wenig in glorreiche Zeit der 50er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück entwickeln. Jedoch mit den technischen Möglichkeiten von heute. In dieser Zeit wurde einfach mehr experimentiert, ausprobiert und Musik durch Kollege Zufall erschaffen. Auch weil viele der Künstler damals keine fundierte musikalische Ausbildung hatten und sich nicht an musiktheoretische Konventionen gehalten haben. Eben weil sie es nicht besser wussten. Sie haben einfach drauf los gespielt. (Paul McCartney und Phil Collins können bis heute keine Noten lesen.) Unwissenheit kann mitunter ein kreativer Segen sein.
Wenn man sich mal durch die Musik dieser vier Dekaden hört, wird man sehr viel mehr Diversität finden, als in den Dekaden danach. Ab den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde kommerzielle Musik immer mehr gleichgeschaltet.

Wie könnte uns Kreativen KI im Produktionsalltag helfen?

Als Kollege im Studio kann ich mir aber, für mich als Kreativen, viele Einsatzgebiete vorstellen, die mich als Musikschaffenden unterstützen könnten. Zum Beispiel in Form von virtueller Musiker, die über das hinausgehen, was VST-Instrumente heute können.

Stellen wir uns mal einen virtuellen KI Schlagzeuger als Plugin vor, dem wir sagen können, dass er uns mal einen Drum-Track liefern soll, der auf das aktuelle Projekt passt und so klingen soll, als sei er von Phil Collins oder Jeff Porcaro gespielt worden.
Oder einen virtuellen Gitarristen, der uns ein Solo einspielt, das nach Brian May oder Steve Stevens klingt. Und so weiter…

Die Entwicklung geht ja schon langsam in diese Richtung. Ich selbst nutze schon KI im Studio in Form von eines virtuellen Sängers und diversen KI-basierten Mixingtools.

Ich bin gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich. Aber besorgt darüber, dass ich demnächst nichts mehr zu tun hätte, bin ich nicht.

Außerdem macht es einfach viel zu viel Spaß Musik zu machen und zu erschaffen.

In diesem Sinne….Frohes Schaffen.